Tom:
Hallo Baronessa di Rivera, Danke dass Sie sich heute Zeit genommen
haben, um sich etwas persönlicher vorzustellen. Erzählen Sie uns
etwas über sich, wie sind sie zu SM und der Berufung "Domina
gekommen".
BdR: Sicher wollen Sie jetzt hören, dass ich wohl schon
immer gerne draufgehauen habe und
meine Affinität zu Macht und Gewalt auf zahlreiche
„Schulhofprügeleien“ schließen muss. Da
muss ich sie leider enttäuschen. Dem ist nicht so………….
Das Experimentieren mit den ganz unterschiedlichen Materialien wie
Lack, Leder und Gummi
auf der Haut, das Rollenspiel, das Loslassen und Emanzipieren von
der 08/15-Erotik und
natürlich meine von Natur aus große Neigung, Neugier und
Experimentierfreude haben mich zu
dem gemacht was ich heute bin: eine starke Frau mit Herz und
Seele.
……dann kam eine gute Freundin aus Essen, die ein sehr bekanntes SM
Studio betreibt und hat
mich sozusagen in die Szene „eingeführt“…das ist jetzt 6 Jahre
her….
Tom:
Haben Sie einen
Lebenspartner, Freund, Ehemann? Und wenn ja, was sagt der zu ihrer
Affinität zum SM?
BdR: Momentan bleibt mir gar nicht die Zeit, die man meiner
Ansicht nach in eine feste,
funktionierende Beziehung investieren sollte. Grundsätzlich
erwarte ich in einer festen
Partnerschaft Toleranz, er müsste regen Anteil an meiner Arbeit
nehmen, mich inspirieren und
unterstützen. Er dürfte nicht verheiratet sein. Denn ein Mann, der
sich eine formelle Scheidung
nicht leisten kann, wird kaum im Stande sein, sich eine Frau wie
mich leisten zu können! ;-)
Eigentlich komme ich ja aus der Kunstbranche. Ich bin gelernte
Fotografin. Ich bin zwar als
Domina tätig, aber meine überwiegende Zeit wird mehr in Anspruch
genommen durch meine
Arbeit als Videoproduzentin und Fernsehsprecherin bei Beate Uhse
TV und jetzt auch noch als
Modedesignerin.
Tom: Spielen sie zuhause auch die
führende Rolle?
BdR: Generell spiele ich keine Rollen. Ich lebe so wie ich mich
fühle. Aber selbst wenn ich
mich „passiv“ verhalte ist meine „Anwesenheit“ noch lange
spürbar….
Tom: Wie ist ihr Verhältnis zu den
Männern außerhalb Ihres Dominastudios?
BdR: Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen.
Meine besten Freunde sind Männer. Sie denken nicht so kompliziert
und sind in manchen
Situationen einfach lockerer. Man kann mit ihnen besser umgehen
als mit Frauen. Wenn mal ein
falsches Wort gefallen ist, sind Männer viel eher in der Lage,
Kränkungen zu verzeihen als eine
Frau.
Tom: Woher kommt die Lust
aus Sicht ihres Gastes von einer Frau
dominiert zu werden?
BdR: Jeder Mensch ist ein Individuum und dementsprechend
individuell ist auch seine Lust im
sexuellen Bereich …daher sind die Motivgründe breit gefächert.
Beispielsweise könnte ein
Motiv sein, dass ihnen die eigene Persönlichkeit abgesprochen
wird, indem ich ihnen eine Maske
überstülpe und sie somit ihr Gesicht = Identität verlieren. Das
Gefühl zu haben: „Urlaub vom
eigenen Ich“ zu machen…..Loslassen von allen Zwängen, die sie sich
selbst aufdiktiert
haben…..
Ein hohes Maß an Disziplin und Selbstbeherrschung im Zelebrieren
meines Sadismus ist
Vorraussetzung meiner Gäste sich mir bedingungslos unterwerfen zu
wollen.
Tom: Spielt der Intellekt eine
bedeutende Rolle in der sexuellen
Auslebung eines masochistisch veranlagten Menschen?
BdR: insgesamt glaube ich, je intelligenter ein Mensch ist, umso
höher sind auch seine
Ansprüche generell am Leben mit all seinen Facetten. Resultat
daraus ist, dass zwar viele, die ein
ihrem beruflichen Leben große Verantwortung tragen, diesen Service
überwiegend in Anspruch
nehmen, vielleicht als Kontrastprogramm, genauso wie der
Zivildienstleistende und
Malermeister..... Aber sie haben eines gemeinsam: Sie alle sind
sehr Phantasievoll!
Diskretion und Verschwiegenheit werden natürlich erwartet,
zwischen mir und vielen meiner
Gäste herrscht ein tiefes Vertrauensverhältnis, bei einigen schon
über viele viele Jahre...
Ich sehe es als emotionale Bereicherung meines Lebens an.
Tom: Welches Feedback erfahren sie
von der Gesellschaft wenn sie erzählen, dass sie als Domina tätig
sind?
BdR: Es war ja schon immer so, dass innerhalb einer
Gruppe, Familie es dominantere und
weniger dominantere Individuen gibt...
Natürlich ist die führende, starke Person beliebt, ihre
Freundschaft begehrt....
Wenn es sich dabei um das "Alpha- Männchen" und seine Weibchen
handelt, ist das ja auch
schon immer akzeptiert gewesen....nun, die Gesellschaft hat sich
in den letzten Jahrzehnten
fundamental gewandelt.... warum soll das nicht auch andersherum
funktionieren..?
Wenn man dem "SPIEGEL" glauben darf sind die "Alpha- Mädchen" auf
dem Vormarsch....
Männer, gerade auch junge Männer in unserer Gesellschaft, in der
immer mehr die femininen
Werte zählen und auch Erfolgs entscheidend sind, sind mehr und
mehr verunsichert und fallen
zurück.... manche sind dann sicher auch von "starken, dominanten"
Frauen angezogen...
Natürlich spielen auch andere Dinge in der Entwicklung eines
Menschen eine Rolle, die ihn
prädisponieren; das Verhältnis zu Mutter und Vater etc., aber das
kennen sie ja alles, ist zur
Genüge durchdiskutiert, damit will ich sie nicht langweilen....
Tom: Was erwarten sie von Ihren
Sklaven?
BdR: Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist die
Grundvoraussetzung. Ein Sklave der Leidenschaft
mit sich bringt, inspiriert mich zudem mehr als jemand, der
während der Session keine
Reaktionen zeigt.
Tom: Was war Ihr bisher
interessantestes SM-Erlebnis?
BdR: Ich habe wie Sie sich vorstellen können, schon sehr
viel erlebt in Sachen SM. Da dieser
Bereich so viele Facetten hat, fällt es mir schwer, da ein
Erlebnis besonders hervorzuheben. Die
Grenzen meines jeweiligen Sklaven zu erweitern ist für mich immer
wieder eine neue
Herausforderung.
Beispielsweise der Einkaufsbummel mit einem Slaven, der seine
Aufgabe darin sieht, die Tüten
seiner Herrin zu schleppen, während ich ihn unterstützt durch
Elektrofolter per Funk auffordere
seine Kreditkarte zu zücken.
Aber die wohl größte Herausforderung hatte ich in dieser Hinsicht,
als ich mit meinem
langjährigen Gast einen SM Urlaub in Südafrika machte……
Wir hatten eine große Suite gebucht und uns dort SM technisch
bestens ausgestattet. Das
Zimmer war kaum wieder zuerkennen….*g* Es war der reinste
Abenteuerurlaub….mehr
möchte ich dazu nicht verraten...
Tom: Habe Sie für Ihre Zukunft
schon Pläne, wenn Sie ihre Peitsche mal irgendwann an den Nagel
hängen?
BdR: Ich bin Domina aus Leidenschaft, die gerne mal
Leiden schafft...;-)
Doch das ist nicht mein einziges Standbein wie bereits weiter oben
erwähnt.
Ich habe meine eigene Videoproduktionsreihe "Carmen Rivera
Entertainment“, ausgerichtet auf
die Fetisch-/SM-Interessen meiner Kunden. Und zu erwähnen wäre
auch mein „Wunschfilm-
Projekt“, indem der Kunde als Drehbuchautor des Films wichtiger
Bestandteil dieser Produktion
wird oder aber selbst die Hauptrolle spielt, so hat er obendrein
fortan eine schöne Erinnerung an
dieses Erlebnis in Form einer DVD.
Tom:
Vielen Dank für das ausführliche
Interview mit Ihnen.
Zur Homepage von
Baronessa di
Rivera
Zur Homepage von:
Tom Stahl Wordwide
Domina and BDSM Guide
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